Komfort-SIP-Telefonie

SIP – der weltweite Standard für Voice over IP

 

SIP – Session Initiation Protocol – ist ein stark am HTTP angelehntes Protokoll des Netzes, das zum Aufbau, Abbau und zur Steuerung von Kommunikationsprozessen zwischen mehreren Teilnehmern entwickelt wurde. SIP-Telefonie lässt sich somit in Browser-Umgebungen, Webservices, Anwendungen und Geräten mit nur geringem Implementierungsaufwand integrieren. Doch wie funktioniert SIP, was ist eine SIP-Adresse und wie sicher ist SIP-Telefonie?

SIP ist ein offener Standard und hat sich weltweit durchgesetzt. Bereits kurz nach der Einführung 1999 hat es das damals vorherrschende Protokoll H.323 in der Verbreitung übertroffen. Fast alle IP-basierten Telefonanlagen beherrschen heutzutage SIP.

SIP ist für die Signalisierung eines Kommunikationsprozesses zuständig. Das textbasierte Protokoll wird von Clients und Servern für die Steuerung der Verbindungen genutzt. Für den Sitzungsaufbau bedient sich SIP des Client-Server-Prinzips. Der Verbindungsaufbau erfolgt über mehrere Dialoge zwischen Client und Server. Dabei bestehen die Dialoge aus Anfragen/Anforderungen (Request) des Clients an den Server und Rückmeldungen/Antworten (Response) des Servers an den Client. Für eine ständige Erreichbarkeit melden die Endgeräte sich regelmäßig mit ihren SIP- und IP-Adressen beim Server (Registrar). Dieser steuert so das Auffinden der Teilnehmer im Bedarfsfall. Die eigentliche Übertragung der Sprache erfolgt in einzelnen IP-Datenpaketen über das Internet, bei VoIP in der Regel per RTP (Real Transport Protocol nach RFC 3550).

Flexible Einsatzmöglichkeiten für optimale Nutzung

Um VoIP zu nutzen, stehen mehrere Möglichkeiten offen. Es können SIP-Telefongeräte, sogenannte Hardphones, z. B. COMfortel 1400 IP, 2600 IP,3200oder 3600 IP, eine Kombination aus Adapter (ATA) und herkömmlichen Telefonen sowie eine Softwarelösung für den PC genutzt werden. Außer Telefonnummern lassen sich auf SIP-Telefonen auch SIP-Adressen anwählen, die analog zu E-Mail-Adressen aus einer URL und einer Domainangabe bestehen. Diese Adressen erlauben die eindeutige Identifizierung der Teilnehmer. Voraussetzung für die direkte Anwahl der SIP-Adresse ist, dass Telefon oder Software die Eingabe einer alphanumerischen SIP-Adresse unterstützen.

COMfortel-1400-3600

SIP-Trunking als Alternative zu ISDN

Im Businessumfeld sind TK-Anlagenanschlüsse mit direkter Durchwahl üblich. Um eine IP-Telefonanlage in vollem Umfang nutzen zu können, sind SIP-Trunks eine gute Alternative zu den herkömmlichen ISDN-Leitungen. SIP-Trunks sind keine physikalischen Leitungen, sondern Dienste, die von einem Provider über das Internet angeboten werden. Typischerweise können an einem SIP-Trunk mehrere VoIP-Kanäle zur Verfügung gestellt werden, sofern die Bandbreite des DSL-Anschlusses dies zulässt (Bedarf pro Kanal: ca. 100 Kbit/s Up- und Downstream). Telekommunikationsanlagen von Auerswald unterstützen diese Anschlussart. Zur schnellen Einrichtung Ihres Accounts sind die Standarddaten verbreiteter VoIP-Anbieter bereits voreingestellt. Sie müssen nur noch mit den individuellen Zugangsdaten ergänzt werden.

Innovative Technik bei Auerswald

Da die Protokolle SIP und HTTP sehr ähnlich sind und die Daten im Klartext über das Internet übertragen werden, ist eine Verschlüsselung sinnvoll. Die Verschlüsselung erfolgt mit TLS/SSL. Bei Server- und Proxyherstellern ist diese sichere Variante des SIP, das SIPS, sehr häufig bereits implementiert. Auf die Sprachqualität hat die Verschlüsselung keinen messbaren Einfluss. Eine hochwertige Audioübertragung mit großer Bandbreite (7 kHz Audio) ist mit Voice over IP heute technisch keine große Herausforderung mehr. HD-Audio oder Wideband-Audio sind Begriffe, die beste Sprachverständlichkeit versprechen. HD-Audio lässt sich allerdings nur erreichen, wenn viele Voraussetzungen bei der Übertragung gleichzeitig erfüllt werden. Sind nicht auf beiden Seiten HD-fähige Endgeräte im Einsatz, ist die Gesprächsverbindung nicht im selben Netz und sogar beim selben Provider oder bietet auch nur eine Komponente in der Übertragungsstrecke nicht die erforderliche Technik, findet keine HD-Audio-Übertragung statt. Dieses Manko gleichen Auerswald IP-Telefone aus. Mithilfe einer einzigartigen Technologie* werden im Telefon die durch Übertragungseinschränkungen fehlenden Frequenzen berechnet und dem übertragenen Signal zugemischt. Das Ergebnis dieser künstlichen Bandbreitenerweiterung ist ein beeindruckend klares Klangbild, das von echtem HD-Audio nicht zu unterscheiden ist. So sind beispielsweise die für gute Sprachverständlichkeit entscheidenden Laute wie „f" und „s" deutlich differenzierbar.

 

* Diese innovative Technologie wurde in Zusammenarbeit mit dem Institut für Nachrichtentechnik der Technischen Universität Braunschweig entwickelt und mit dem Technologietransferpreis der IHK Braunschweig ausgezeichnet.